Silvestergewalt mit Ansage

24.01.2026

– und das späte Handeln der Behörden

Bargteheide ist eine Stadt, die vom Miteinander lebt. Ehrenamtliches Engagement, Nachbarschaftshilfe und gesellschaftlicher Zusammenhalt prägen das Bild. Umso größer ist die Verunsicherung über das, was sich in der Silvesternacht zum Jahreswechsel 2025/26 ereignet hat – und über das, was erst zwei Wochen später öffentlich aufgearbeitet wird.
Dabei kam diese Eskalation nicht überraschend. Schon im Vorjahr brannten in Bargteheide größere Feuerwerks-Abschusspakete mitten auf der Straße. In Bad Oldesloe häuften sich gefährliche Vorfälle mit Böllern in der Innenstadt. Nicht ohne Grund wurde dort für dieses Silvester ein Böllerverbot ausgesprochen. Die Risiken waren bekannt, die Entwicklung absehbar. Umso mehr hätte man erwarten dürfen, dass diese Silvesternacht besonders aufmerksam begleitet wird.
Stattdessen eskalierte die Lage. In der Bargteheider Rathausstraße wurde ein 21-jähriger junger Mann brutal zusammengeschlagen, weil er darum bat, keine Raketen gezielt auf Menschen zu schießen. Während Sanitäter ihn im Rettungswagen versorgten, platzierte ein Unbekannter einen Böller unter dem Fahrzeug. Ein Polizist wurde verletzt.
Das ist kein „Feiern“, das ist rohe Gewalt – gegen Mitmenschen und gegen Einsatzkräfte.
Bargteheide war damit kein Einzelfall. In Bad Oldesloe beschossen sich Gruppen trotz Verbots gegenseitig, Feuerwerk flog auf ein Tankstellengelände. In Reinbek wurden Busse beworfen und Briefkästen gesprengt, in Ahrensburg verletzte eine illegale Kugelbombe ein Kind. Die Zivilgesellschaft musste hilflos zusehen.
Besonders irritierend ist, dass die Polizei mit Zeugenaufrufen erst zwei Wochen nach Silvester an die Öffentlichkeit ging. Wer kann sich nach dieser Zeit noch an Gesichter oder Details erinnern? Wertvolle Zeit für Aufklärung und Abschreckung ist verloren gegangen.
Wenn absehbare Risiken eintreten und eskalieren, reicht nachträgliches Ermitteln nicht aus. Es braucht sichtbare Präsenz, konsequentes Eingreifen und zeitnahe Kommunikation. Andernfalls drohen Zustände, wie man sie aus Berlin-Neukölln kennt – und die niemand für Stormarn will.
Silvester war kein Ausrutscher. Es war eine Warnung.
Für uns als Kommunalpolitiker darf diese Silvesternacht nicht folgenlos bleiben. Für künftige Jahreswechsel braucht es frühzeitig abgestimmte Sicherheitskonzepte und eine deutlich sichtbare Polizeipräsenz in bekannten Brennpunkten. Zudem halten wir es für notwendig, offen über zeitlich und räumlich begrenzte Böllerverbote zu sprechen. Wo individuelles „Feiern“ in Gewalt umschlägt, endet persönliche Freiheit.

Gleichzeitig wollen wir die Bürgerinnen und Bürger einbeziehen: Wie soll Silvester in Bargteheide künftig aussehen? Diese Debatte gehört frühzeitig und transparent geführt.

Silvester 2025/26 war eine Zäsur. Wenn wir jetzt nicht handeln, wird aus der Warnung ein Muster. Das dürfen wir nicht zulassen – damit Bargteheide auch in Zukunft Stormarns lebendige Stadt bleibt.